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Geldmarktfonds - Stärken und Schwächen

15. Juni 2009 Redaktion

Ob die Anlage in Geldmarktfonds sinnvoll ist, darüber streiten sich Experten bereits seit Jahren. Fakt ist: Geldmarktfonds bieten die Möglichkeit, kurzfristig beliebige Geldbeträge zu einem angemessenen Zinssatz anzulegen. Die Rendite liegt in der Regel deutlich über dem Sparbuchzins und verleitet viele Anleger dazu, sich in Geldmarktfonds zu engagieren, wenn zur Verfügung stehende Geldbeträge vorübergehend nicht benötigt werden.

Geldmarktfonds investieren in kurzlaufende Rentenpapiere. Durch die breite Streuung über eine Vielzahl an verschiedenen Schuldtiteln, steht einem Geldmarktfonds in der Regel täglich neue Liquidität zur Verfügung, weil andauernd Papiere fällig werden. Für Anleger ergibt sich hieraus ein Maximum an Liquidität. Geld kann - unter normalen Umständen - täglich angelegt oder aus dem Geldmarktfonds abgezogen werden. Trotz der hohen Flexibilität bei der Anlage in Geldmarktfonds gilt die Assetklasse als relativ sicher!

Dennoch gibt es gewisse Risiken bei der Geldanlage in Geldmarktfonds. In bestimmten Krisensituationen, wie etwa dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2008/2009 kam es nämlich auch bei einigen Geldmarktfonds zu vorübergehenden Verlusten. Diese resultierten vor allem daraus, dass einige Schuldner die Anleihen nicht tilgen konnten. Ein anderer Risikofaktor muss allerdings nur bei Geldmarktfonds in fremden Währungen einkalkuliert werden: Das Wechselkursrisiko. Durch Wechselkursschwankungen kann es beispielsweise zu Kursverlusten kommen, die die Kursgewinne des Geldmarktfonds überkompensieren!

Weitere Nachteile von Geldmarktfonds sind die hohen Kosten für den Kauf der Produkte. Zwar können viele Geldmarktfonds mit einem geringen oder ganz ohne Ausgabeaufschlag gehandelt werden. Allerdings bedarf es meist eines Wertpapierdepots, welches in vielen Fällen kostenpflichtig ist. Beim Kauf über einen Börsenplatz oder beim außerbörslichen Handel mit Geldmarktfonds sollten außerdem entstehende Orderkosten einkalkuliert werden. Gegenüber Tagesgeldkonten oder anderer Konkurrenzprodukte sind die hohen Erwerbs- und Nebenkosten sicherlich ein großer Nachteil der Anlage in Geldmarktfonds.

Als vorteilhaft ist allerdings hervorzuheben, dass Anleger nahezu unbegrenzte Summen in Geldmarktfonds anlegen können, während die Anlagesummen bei Tagesgeldkonten meist auf einige zehntausend Euro begrenzt sind. Somit sind Geldmarktfonds auch oder vor allem für die Anlage sehr großer Beträge eine echte Alternative. Außerdem ist es keinesfalls grundsätzlich so, dass Tagesgeldkonten besser rentieren, als Geldmarktfonds. Im Gegenteil: Viele Geldmarktfonds erwirtschaften langfristig bessere Erträge, da die Banken nicht willkürlich den Zins reduzieren können, wenn zum Beispiel die Leitzinsen sinken. Demgegenüber steht allerdings das Verlustrisiko, welches eine Anlage in Geldmarktfonds durchaus mit sich bringt. Zwar sind die Kursverluste oft nur temporärer Natur, in Extremfällen kann es aber einige Monate dauern, bis die alten Höchststände wieder erreicht werden. Für einen kurzfristigen orientierten Anleger, der im Zweifel schnell auf sein Geld zugreifen muss, sicherlich keine optimalen Voraussetzungen!

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