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EZB appelliert an Banken

4. Juli 2009 Redaktion

Die EZB (Europäische Zentralbank) hat auf sehr ungewöhnliche Weise am 2.7.2009 an den europäischen Bankensektor appelliert, bei der Kreditvergabe an die Wirtschaft mehr Engagement zu zeigen. Wenige Tage vorher hatte die EZB dem europäischen Finanzsektor die bemerkenswerte Summe von 442 Mrd. als neues Geldschöpfungspotential ermöglicht. Doch die Banken hatten das Geld nicht weiter verliehen, sondern bei der Zentralbank geparkt. Nach wie vor sind die Finanzinstitute sehr zurückhaltend bei der Kreditvergabe. Dies wird zum Problem für die Konjunktur und der Chef der EZB, Claude Trichet, versucht mit seinem Appell, endlich Bewegung in den Kapitalmarkt zu bringen.

Als weitere Maßnahme zur Sicherung des Finanzsektors war bereits vor längerer Zeit der Leitzins auf den sehr niedrigen Prozentsatz von 1 % gesenkt worden. Mit diesen und weiteren Maßnahmen will man die Rettungsprogramme der Regierungen unterstützen, die für die Liquidität der Volkswirtschaft sehr wichtig sind.

Trotz allem wächst bei den europäischen Unternehmen die Angst vor Schwierigkeiten bei der Kreditbeschaffung. Auch Politik und Verbraucher stellen Schwierigkeiten bei der Geldbeschaffung fest. Deshalb bewegt sich die EZB mit ihrer neuen Strategie in schwieriges Fahrwasser. Einerseits soll sie für die Geldwertstabilität eintreten, anderseits soll sie das Finanzsystem flüssig halten.

Da der EZB-Chef die Ängste vor der Inflation für unbegründet hält, will er jetzt mit neuen Maßnahmen und Appellen die Priorität auf die Handlungsfähigkeit der Kreditinstitute legen.

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