Arbeitslosenquote Anfang 2010 in Deutschland
Jedes Jahr im Winter steigt die Arbeitslosenquote in Deutschland spürbar an. Der Grund hierfür ist vor allem ein saisonbedingter Beschäftigungsrückgang zum Beispiel im Baugewerbe. Dieses Jahr wurde die Bekanntgabe der ersten Arbeitslosenzahlen des Jahres durch die Agentur für Arbeit in Nürnberg mit besonderer Spannung erwartet.
Die bange Frage, die sich viele Journalisten und Politiker stellten, war, ob die aktuelle Wirtschaftskrise jetzt im Winter stärker auf den Arbeitsmarkt durchschlagen würde als im vergangenen Jahr, in dem die Beschäftigtenzahl entgegen der Erwartungen erstaunlich konstant gewesen war.
Die Bundesagentur für Arbeit musste nun zwar einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 8,6% bekannt geben. Doch die Befürchtungen einiger pessimistischer Wirtschaftsforscher bewahrheiteten sich damit nicht. Im Januar 2010 waren insgesamt 342.000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Dezember 2009. Im Vergleich zum Januar 2009 sind allerdings nur 129.000 Personen zusätzlich ohne Arbeit.
BA-Chef Weise äußerte sich in seinen Erklärungen zu den neuesten Arbeitslosenzahlen zufrieden über die Situation. Die Krise sei bisher noch nicht auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Insbesondere politische Maßnahmen wie Kurzarbeit und die Abwrackprämie stabilisierten anscheinend den Arbeitsmarkt. In mehr als 60.000 Unternehmen in Deutschland wird derzeit Kurzarbeit durchgeführt. Allerdings musste Weise eingestehen, dass die Zahl der Vollzeitstellen überdurchschnittlich stark zurückgegangen sei, während die Anzahl der Beschäftigten in Teilzeit im gleichen Zeitraum zugenommen habe.
Die Bundesagentur für Arbeit erwartet im Jahresdurchschnitt 2010 zwischen 3,7 und 3,8 Millionen Arbeitslose und korrigierte ihre eigenen Schätzungen von zuletzt 4,1 Millionen damit deutlich nach unten.
Die Situation in den verschiedenen Bundesländern sei dagegen sehr unterschiedlich. Insbesondere in den bisher sehr erfolgreichen Ländern Bayern, Baden-Württemberg verschärfe sich die Lage zunehmend.










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