Sichere Renten sind garantiert - nur in welcher Höhe?
Auf seinen berühmt gewordenen Satz angesprochen, dass die Rente sicher sei, antwortet Norbert Blüm inzwischen immer wieder, dass nie eine Aussage über die Höhe der Rente getroffen wurde. Die zukünftigen und aktuellen Rentner hingegen finden eine solche Wortklauberei naturgemäß weder amüsant noch informativ.
Die Realität der sicheren Rente ist eine andere als die, die von der Politik seit Jahrzehnten vermittelt wird. Schon heute wird vom Bund ein Betrag von 80 Milliarden Euro pro Jahr in das Rentensystem gepumpt, damit die aktuellen Zahlungen an die Rentner überhaupt geleistet werden können. Das macht pro Bundesbürger einen Betrag von 1000 Euro aus. Ohne diese akute Finanzspritze des Staates hätte der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung vermutlich bereits die 30-Prozent-Marke erreicht. Um das zu verhindern wäre alternativ eine Absenkung der Renten um 30 Prozent erforderlich. Und das ist erst der Beginn der Misere, denn das System entpuppt sich immer mehr als ein bodenloses Loch.
Die alte Bundesregierung hat kurz vor Ende der Legislaturperiode eine Rentengarantie verabschiedet, die eine Absenkung der Renten vorerst verhindert und somit die Renten von der Lohnentwicklung abkoppelt. Die aktuelle Generation der Rentenbezieher profitiert von dieser Regelung natürlich ebenso wie die Politiker, denen diese Maßnahme einige Stimmen gesichert hat. Doch die zukünftigen Rentner werden dieses Garantieversprechen nach allgemeiner Expertenmeinung bis zum Jahre 2020 mit weiteren 70 Milliarden Euro bezahlen müssen. Hinzu kommt noch der demographische Wandel, der sich bis zur Rentengeneration von 2035 dramatisch auswirken dürfte.
Während noch in den 90er Jahren auf 40 Rentner 100 Beitragszahler kamen, wird sich das Verhältnis im Jahr 2035 schon zu 80 Rentnern auf 100 Beitragszahler verändert haben. Somit entfallen auf einen Rentner nur noch 1,25 Beitragszahler, was in etwa der Hälfte dessen entspricht, was noch 1995 galt.
Die Lösung für das Dilemma steht in den Sternen, denn einen echten Systemwechsel möchte die Politik nicht durchsetzen, da solch ein Wechsel zunächst sehr unpopulär ausfallen würde. Die Idee von 1997, die private Vorsorge mit Kapitalbildung mit einzubeziehen hat im Lichte der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise an Attraktivität verloren. Die Politik muss also neue Lösungen finden, denn die Zeit arbeitet gegen das Rentensystem.










Ähnliche Artikel:
- Wer wird neuer IWF-Chef?
- Krise in Nordafrika beeinflusst den Ölpreis
- Kontrolle der Finanzprodukte durch die EU
- Ausstieg aus Immobilienfonds für Privatanleger erleichtert
- Aktuelle Kreditkonditionen
!--->