Home » Wirtschaft

Steuern die USA auf einen Staatsbankrott zu?

13 April 2010 No Comment

Nachdem die US-Immobilienblase die Welt in eine tiefe Finanz- und Wirtschaftkrise gestürzt hat und in den USA die stärkste Rezession der Nachkriegszeit ausgelöst hat, droht nun mit dem Platzen der Gewerbeimmobilienblase der nächste Erdrutsch in den USA. Bedroht ist die Existenz von 40 US-Banken.

Es scheint unausweichlich, dass die USA auf einen Staatsbankrott zusteuern. Politiker versuchen sich mit der Flucht in die Inflation zu helfen. Allerdings ist das nur bedingt eine Lösung. Die Federal Reserve hat seit Anfang 2008 die Märkte mit Milliarden frischer Dollars geradezu überschwemmt. Die lokalen Zentralbanken in den Vereinigten Staaten von Amerika sind so gezwungen mehr Inflation zu fahren, als ihnen lieb ist.

Die USA stehen vor einer der schwierigsten Prüfungen seit der Unabhängigkeitserklärung. Die Rekordzahl an Privatinsolvenzen, die hohe Massenarbeitslosigkeit, die Kreditklemme im Konsumentenkreditbereich sowie die stark gefallenen Preise für Immobilien in den USA sind neben der gestiegenen Sparrate und dem Wegfall des Konsummotors die größten Probleme, die es jetzt zu bewältigen gilt.
Die USA haben derzeit Schulden in historisch nie dagewesener Höhe. Insgesamt belaufen sich die Staatsschulden der Vereinigten Staaten von Amerika auf gut 12,5 Billionen Dollar. Die Schulden steigen rasant an, denn täglich kommen 1,7 Milliarden US-Dollar hinzu. Die Lage der Finanzen in den Vereinigten Staaten von Amerika ist mehr als bedrohlich. Mittlerweile liegt die Schuldenquote der USA bei 75,5 Prozent und soll im kommenden Jahr sogar auf 87,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Bis zum Jahr 2030 prognostizieren die Experten sogar 140 Prozent staatliche Schulden.
Bezieht man in die Verschuldung der USA Haushalte und Unternehmen mit ein, dann liegen die Gesamtschulden bei ungefähr 50 Billionen US-Dollar. Bis 2019 sollen die benötigten Gelder zum Bedienen dieser Schulden eine Höhe von rund 700 Milliarden US-Dollar betragen.

US-Außenministerin Hillary Clinton mahnte zu Beginn des Jahres, dass die Staatsschulden ein Problem der nationalen Sicherheit darstellen würden. Damit gibt man sich in den Vereinigten Staaten von Amerika die Blöße und zeigt wie groß die Angst vor einer Staatspleite unter führenden Spitzenpolitikern des Landes ist.

Aktuell droht die Gewerbeimmobilienblase zu platzen. Das könnte bedeuten, dass bis zu 40 Prozent der US-amerikanischen Banken von einer Insolvenz bedroht sind. Hintergrund ist die wahnsinnige Überschuldung der Bauherren, die ihren Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen können. Bei der Deutschen Bank rechnet man mit bis zu 65 Prozent Ausfälle im Bereich der Gewerbeimmobilien-Kredite in den USA. Es scheint unausweichlich, dass die USA unter diesen Gesichtspunkten auf einen Staatsbankrott zusteuern.

Jetzt gewinnen!


Tags: , , , , , , , , ,

Nächster Artikel: Hilfspaket für Griechenland muss warten - Vorheriger Artikel: Kluft zwischen Immobilienpreisen in München und Umland sinkt