Immer mehr Niedriglöhne in Deutschland
Eine aktuelle Studie enthüllt eine alarmierende Zahl in Bezug auf die Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland:
Über 6,5 Millionen Menschen arbeiten mittlerweile im Niedriglohnsektor und verdienen dabei zum Teil deutlich weniger als 6 Euro Stundenlohn. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland hier eine Sonderstellung ein, denn in keinem anderen Land der Europäischen Union ist der Niedriglohnsektor in den letzten Jahren in einer derartigen Weise angestiegen.
2008 verdienten gemäß der Studie der Universität Duisburg-Essen eine Millionen Arbeitnehmer weniger als einen Stundenlohn von 5 Euro brutto, zwei Millionen hätten nicht mehr als 6 Euro pro Stunde verdient. Vergleicht man das Lohngefälle in Deutschland, so lassen sich vor allem im Osten des Landes Beispiele von extremen Niedriglöhnen finden, wobei diese im Westen der BRD aber keinesfalls ausgeschlossen sind. So verdiente im Jahre 2008 jeder 8. Ostdeutsche (dies entspricht 12,8 % der Beschäftigten) weniger als 6 Euro Stundenlohn. Zum Vergleich: In Westen der Republik waren es 5,4 % der Beschäftigten. Es handelt sich also keineswegs nur um ein ostdeutsches Problem.
Des Weiteren belegen die Zahlen, dass die meisten (80 %) der geringfügig Beschäftigten über eine gute Berufsausbildung oder sogar einen akademischen Abschluss verfügen. Laut Studie ist der Anteil an gering Qualifizierten nicht sehr hoch, und die Hartz-Reformen haben insgesamt den Druck auf Arbeitnehmer erhöht, so auch auf besser Ausgebildete. Letztlich trägt auch das differenzierte Ausbildungssystem dazu bei, alarmierend ist jedoch der internationale Vergleich, bei dem Deutschland schlecht abschneidet: In keinem anderen Land arbeiten so viele gut qualifizierte Arbeitnehmer im Niedriglohsektor.
Ein gesetzlicher Mindestlohn wird immer wieder gefordert und kontrovers von den Politikern diskutiert - bis dato ohne Erfolg. Die Gewerkschaften fordern beispielsweise eine Mindestlohn von 8,50 €. Würde man diesen verbindlich einführen, so könnten Millionen von Beschäftigen davon profitieren.










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