Deutsche wechseln die Krankenkassen - diese sind trotzdem 2,7 Mrd Euro im Plus
Im letzten Jahr wechselten etwa 650 000 Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen in eine andere Kasse. Allein die DAK musste einen Mitgliederschwund von 460 000 Menschen erleiden. Auch die KKH-Allianz muss nun mit 147 000 Beitragszahlern weniger kalkulieren. Die meisten Versicherten wendeten sich aufgrund der neu eingeführten Zusatzbeiträge ab, die nicht alle Kassen erheben. Deshalb wurde vor allem in Kassen gewechselt, die auf diesen zusätzlichen Obolus (noch) verzichten. Dazu gehören beispielsweise die Barmer GEK, die Techniker Krankenkasse und die IKK Classic.
Zusatzbeiträge sind der Auslöser - Hintergrund
Mit der Neuordnung der Gesundheitspolitik in der BRD wurde der Gesundheitsfonds aufgelegt, der den Krankenkassen die finanziellen Mittel zuweist. Sollte einzelnen Kassen dieses Geld nicht reichen, dürfen sie laut Gesetz von ihren Versicherten zusätzliche, monatliche Kosten einfordern. Diese bewegen sich in den meisten Fällen bei 8 Euro. Versicherte haben ein Sonderkündigungsrecht, wenn ihre Kasse in Zukunft von den Zusatzbeiträgen Gebrauch machen will - dieses wurde im Jahr 2010 rege genutzt.
Krankenkassen 2011 ohne Defizit
Nach anderen Schätzungen im Herbst verkündete nun das Gesundheitsamt, dass aufgrund der anspringenden Konjunktur voraussichtlich 2011 mehr Einnahmen durch die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung eingenommen würden. Diese sollen sich auf ca. 2,7 Milliarden Euro beziffern. Zugleich wurde aber auch betont, dass diese Zusatzeinnahmen nicht den Krankenkassen zugute kämen, sondern als Rücklage in den Gesundheitsfonds einfließen würden. Das heißt für die Beitragszahler: es ändert sich vorerst nichts an den Kosten für ihren Versicherungsschutz.
SPD fordert Senkung der Beiträge
Die SPD fordert in einer aktuellen Stellungnahme die Senkung der Beiträge, da sich die Überschüsse des Gesundheitsfonds bis zum Ende des Jahres 2011 schon auf 6,3 Milliarden Euro (zusammen mit 2010) bilanziert haben soll. Dem Gesundheitsminister Philipp Rösler wird bewusste Täuschung der Beitragszahler vorgeworfen.










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