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Notprogramm gegen Schuldenkrise: Ein erfolgversprechendes Programm?

6 Dezember 2011 No Comment

Seit Monaten hält die Euro-Schuldenkrise, die in Griechenland begann, Politiker und Bürger in Atem. Mittlerweile hat sich die Lage deutlich zugespitzt: Zur Rettung der gemeinsamen Währung sind nun Beträge jenseits 1 Billion Euro im Gespräch und jüngst haben die Weltbanken neues Kapital in den Markt gepumpt. Doch ist all dies erfolgversprechend?

Die jüngste Maßnahme der weltweiten Zentralbanken, neues Geld in die Märkte zu pumpen, kann nur als Notprogramm gesehen werden. Dieses verdeutlicht, wie ernst die Lage ist und wie ernst sie auch von allen beteiligten Akteuren genommen wird. Es gilt, Illiquidität auf den Kapitalmärkten zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass sich Banken am Kapitalmarkt refinanzieren können, schließlich müssen sie sich in naher Zukunft aufgrund der EU-Beschlüsse mit deutlich mehr Eigenkapital ausstatten, um Krisensituationen auch ohne staatliche Hilfe bewältigen zu können. Diese eher kurzfristig orientierte und sehr überraschende Maßnahme der weltweiten Zentralbanken hat jedenfalls einen positiven Effekt auf die Finanzwelt ausgeübt, so dass die Börsenkurse weltweit einen Höhenflug erreicht haben.

In Deutschland hat der Dax (http://www.livecharts.co.uk/MarketCharts/dax.php) an einem Tag über 5 % zugelegt. Insofern hat diese Maßnahme etwas Vertrauen und Stabilität zurückgebracht. Die Frage ist nur, wie lange dieses Strohfeuer anhalten wird, schließlich sind weitere Beschlüsse auf der Ebene der Europäischen Union nötig, um die Ursachen der Krise zu bekämpfen. Die bis dato getroffenen Maßnahmen, so auch insbesondere der Euro-Rettungsschirm ESFS, sind allesamt Krisenmanagement-Instrumente, die keineswegs die Ursachen der Probleme beheben. Auch die langfristige Perspektive dieser jüngsten Geldspritze durch die weltweiten Zentralbanken dürfen nicht übersehen werden, denn letztlich steigt so das Risiko einer deutlich stärkeren Inflationsrate als bisher.

Fazit: Das ergriffene Notprogramm der Zentralbanken und auch der EU-Rettungsschirm gegen die Schuldenkrise zeigen, dass man aus der Finanzkrise 2008 gelernt hat und auf keinen Fall katastrophale Folgen für die Entwicklung der Weltwirtschaft zulassen will. Durch das zusätzliche Geld soll Liquidität für Banken und den Wirtschaftssektor gesichert werden. Die eigentlichen Ursachen für die aktuelle Schuldenkrise müssen aber noch bewältigt werden.

So erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (http://www.angela-merkel.de/)in ihrer Regierungserklärung vom 2.12.2011, dass sie eine Finanz- und Stabilitätsunion anstrebe, in der Schuldensünder automatisch bestraft werden und in der gezielt Einfluss auf die Haushaltspolitik der EU-Staaten genommen werden kann. Sie betonte, dass es sich um einen langwierigen Prozess handele, der nicht mit einem Paukenschlag zu bewältigen sei. Insofern wird deutlich, dass auch das Notprogramm gegen die Schuldenkrise nur aktuelle Symptome lindern kann, die Ursache für die Schuldenkrise muss aber weiter systematisch bekämpft werden.



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