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Steuereinnahmen 2012: Regierung rechnet mit Allzeitrekord

24 Oktober 2012 No Comment

Obwohl die Euro-Krise Europa weiterhin in Atem hält, zeigt sich der deutsche Markt erneut als robust. Bund und Länder werden im laufenden Jahr fast fünf Milliarden Euro mehr einnehmen wie erwartet.

Steuereinnahmen auf Rekordniveu

Dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums zufolge sind die Steuereinnahmen im September 2012 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,2% gestiegen. Insgesamt wird erwartet, dass das Steueraufkommen erstmals 600 Milliarden Euro über

Damit würde die Prognose für 2012 um knapp fünf Milliarden Euro übertroffen und Deutschland 27 Milliarden Euro höhere Einnahmen, als 2011 haben. Ähnliche Zahlen veröffentlichte das »Handelsblatt« zu beginn der Woche unter Berufung auf das Deutsche Institut für Wirtschaft (DIW). Bereits zum Abschluss des 3. Quartals des laufenden Jahres belaufen sich die Mehreinnahmen auf rund 21,5 Milliarden Euro.

Welche Steuereinnahmen sind gestiegen?

Gemäß Bundesfinanzministerium brachten die gemeinschaftlichen Steuern den größten Anteil an diesem Zuwachs. Diese wuchsen insgesamt um 5,4 % auf 40 973 Millionen Euro an.
In diesen sind enthalten u.a.:

  • Lohnsteuer
  • Einkommensteuer
  • Zinserträge
  • Umsatz- und Gewerbesteuern

Arbeitsmarkt stärkt Deutschland den Rücken

Grund für die Verbesserung sei die anhaltend gute Lage am Arbeitsmarkt sowie die gute wirtschaftliche Lage der Unternehmen. Trotz nachlassendem Wachstum bemühen sich die Unternehmen Arbeitskräfte zu halten, was wiederum zu reger Konsumtätigkeit der privaten Haushalte führe, so dass Finanzministerium.

Ein Ausblick

Auch für 2013 rechnen die Finanz- und Wirtschaftsexperten mit weiterem Wachstum. Es werden 9 Milliarden Euro Zuwachs, auf insgesamt 618 Milliarden Euro, unter Berücksichtigung geplanter Einkommensteuersenkungen, erwartet.

Auch das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie die Sparmaßnahmen bei den Ausgaben des Bundes tragen zur positiven Stimmung im Finanzministerium bei. Allein aufgrund der derzeitigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt verringerten sich die Aufwendungen des Bundes um 2,4 Milliarden Euro.

Erfreuliche Zeiten also für Bundesfinanzminister Schäuble, der erreichen wolle, dass der Bund in vier Jahren nur noch 1,1 Milliarden Euro Schulden aufnehmen müsse. Bereits dieses Jahr würde die geplante Neuverschuldung von 32 Milliarden Euro nicht vollkommen ausgeschöpft werden müssen. Die nächste Schätzung der Experten aus Bund, Ländern, Banken sowie Forschungsinstituten, Ende Oktober, dürfte die Entwicklung weiter konkretisieren.

Man darf also auch weiterhin auf die wirtschaftliche Entwicklung gespannt sein. Gleichwohl aller Euphorie sollten auch mögliche Verschärfungen der Euro-Krise und die wirtschaftliche Lage anderer Euro Staaten nicht vergessen werden. Ebenso könnten weitere innerpolitische Themen wie z.B. die Erhöhung der Pendlerpauschale, erheblichen Einfluss auf den Haushalt des Bundes nehmen.



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